Die Zeit der Gotik war im Spätmittelalter. Die altdeutsche und altniederländische Malerei sind Teil der gotischen Kunst.

In der Kunst der Gotik findet man erstmals natürliche und realistische Darstellungen in der Malerei. Die Epoche sah den Beginn der Realitätsmalerei. In gotischen Gemälden, und besonders auch in Kirchenfenstern, werden zumeist Szenenfolgen dargestellt, die biblische Geschichten erzählen. Ein Meisterstück dieser Kunst sind die Fenster in der Sainte Chapelle in Paris, die die komplette in der Bibel erzählte Menschheitsgeschichte bis zum Ende des Neuen Testaments erzählen. Diese Kunstwerke dienten in einer Zeit, in der die meisten Menschen der unteren Schichten noch nicht lesen konnten, der Übermittlung von religiösen Botschaften.

Die Gemälde sind in leuchtenden Symbolfarben gehalten. Sie zeigen zwar noch keine individuellen Gesichtszüge der dargestellten Menschen, zeichnen sich aber ansonsten durch liebevolle Details aus. Die Größe der Personen entspricht meist nicht der Realität, sondern zeigt ihren jeweiligen Bedeutungsstand. So sind zum Beispiel Heilige oft größer abgebildet als danebenstehende Geistliche, und diese wiederum größer als Gläubige.

In der Epoche der Gotik wurden nicht nur Gemälde erstellt, sondern auch viele heute noch erhaltene Wandmalereien und Fresken stammen aus dieser Zeit. Auch wurden zahlreiche Tafelbilder und Altarbilder in der Gotik gestaltet, insbesondere in den Kunstzentren Florenz und Siena. Außerdem gingen aus der Epoche hervorragende Buch- und Glasmalereien hervor.

Künstler der Gotik

Wie in der Epoche, die der Gotik vorausging, der Romanik, verstanden die Künstler des Mittelalters sich eher als Auftrags-Handwerker und nicht als Künstler. Daher sind uns viele Künstler dieser Zeit nicht namentlich bekannt. Dennoch werden sie heute als Künstler angesehen und man hat ihnen Namen gegeben wie „Meister der Heiligen Veronika“, „Meister des Bartholomäus-Altars“, „Meister von Sankt Laurenz“, „Meister der Georgslegende“ oder „Meister der Ursula-Legende“. Die sogenannte Kölner Malerschule hat zahlreiche andere renommierte Künstler hervorgebracht, die uns namentlich nicht bekannt sind.

Stefan Lochner (1410 – 1451)

Der Maler Stefan Lochner ist der bedeutendste Künstler der Kölner Malerschule. Er war ein Hauptvertreter des sogenannten weichen Stils, für den die Betonung von runden, fließenden Formen charakteristisch ist.

Stefan Lochners Werke sind nicht signiert. Bis ins 19. Jahrhundert war er ein namenloser Unbekannter. Dann wurde er durch einen Eintrag in Albrecht Dürers Tagebuch identifiziert. Lochners bekanntestes Werk ist der Dreikönigsaltar, der sich in der Marienkapelle des Kölner Doms befindet. Andere mittelalterliche Werke werden ihm aufgrund von Stilähnlichkeiten zugeordnet.

Simon Marmion (1425 – 1589)

Der Maler Simon Marmion, der vermutlich in Amiens geboren wurde, spezialisierte sich vor allem auf Buchilluminationen und Tafelgemälde. Er arbeitete in der Stadt Brügge mit anderen Künstlern der Buchkunst zusammen und sein Stil kann als eine Synthese aus der damals führenden flandrisch-holländischen Stilrichtung und der nordfranzösischen Schule charakterisiert werden.

Unter seinen Werken befinden sich das Kalendarium im Brügger Domschatz, die „Kreuzauffindung“ im Pariser Louvre und die „Kreuzigung“ im Philadelphia Museum of Art.