Ob man malt, zeichnet, dreidimensional in Stein, Gips, Ton oder mit anderen Werkstoffen arbeitet. Sei es, dass man ein Instrument spielt, komponiert, arrangiert, textet oder zu Musik tanzt. Egal ob man Romane oder Kinderbücher schreibt oder eine weitere künstlerische Tätigkeit ausübt: Jede Kunst hat mit Bewegung zu tun.

Bewegung im Schaffensprozess

Hier geht es nicht unbedingt um die Bewegung von A nach B. Ein Künstler befindet sich selbst immer in einem Prozess. Schließlich entsteht die Kunst, die er schafft, in einer bestimmten Phase seiner Entwicklung, seines Denkens. Malt er sein Bild heute überwiegend mit Blautönen, wird er morgen vielleicht schon dazu tendieren, ein neues Bild mehr ins Grünliche zu malen, weil ihm die Arbeit an dem ersten Bild gezeigt hat, dass er das, was er ausdrücken will, doch eher mit einer anderen Farbe schafft. Hat ein Musiker ein Lied in einem schnellen Beat komponiert, spielt er es beim ersten Konzert vielleicht langsamer, weil es besser zur Stimmung im Saal passt. Schreibt ein Autor eine spannende Geschichte, würde er sie ein zweites Mal anders schreiben, weil er andere Stilmittel verwendet.

Kunst ist in Bewegung

Man sieht, die Kunst ist in Bewegung, kein Stück, kein Bild, keine Skulptur kann beim zweiten Mal genauso kreiert werden wie beim ersten Mal. Das macht Kunst so einzigartig in ihren Schöpfungen und grenzt sie von der Wissenschaft ab. Denn in der Physik, der Chemie und den anderen Bereichen und Disziplinen steht alles fest und unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Natur. Mit diesen Gesetzen muss aber auch ein Künstler leben. Schließlich muss ein Autor in einer Sprache schreiben, die seine Leserschaft versteht, ein Maler kommt um die Farbenlehre nicht herum und in jedem Komponisten steckt ein halber Mathematiker. Aber sie können dann in ihrer Disziplin andere Wege suchen, provozieren, necken, täuschen oder anklagen. Fast alles ist möglich. Ein verantwortungsvoller Künstler wird aber auch immer darauf achten, dass er die in seinem Bereich geltenden sozialen und kulturellen Bedingungen nicht verhöhnt.

Der Künstler in Bewegung

Aber auch die Bewegung des Künstlers kann in seinen Schaffensprozess einfließen. Geht man nach draußen, in die Stadt, unter Menschen, oder in die Ruhe und Klarheit der Natur, kann dies zu neuen Ideen und Gedanken führen, die die künstlerische Arbeit voranbringen. Daher ist es immer gut, in einer kreativen Pause die Schuhe anzuziehen und den Weg nach draußen, raus aus dem Atelier oder vom Laptop weg, in eine andere Umgebung auf sich zu nehmen. Ob es ein Aufenthalt im Café ist, bei dem man die Menschen in ihrem täglichen Dasein beobachtet, ob man in einem Park Gerüche und Geräusche aufnimmt und sich an der Ruhe freut oder ob man sich in die Natur begibt und die Ruhe nutzt, um Kraft zu tanken und vielleicht neue Ideen zu generieren, die Bewegung weg vom Schaffen kann neue Kreationen hervorbringen.

Bewegung ist Kunst

Vielleicht nimmt man für ein neues Musikstück das Geräusch eines anfahrenden Lastwagens auf. Oder das Rauschen eines Wasserfalls inspiriert zu einem Krimi. Der Flug eines Vogels kann die Idee für ein Bild sein, in dem Bewegung interpretiert wird. Die Möglichkeiten, Bewegung in Kunst umzusetzen, sind groß.